Hände weg von Afrin!

Sofortiges Ende der militärischen Aggressionen!

Stopp den Besatzungsversuchen durch die Türkei in Nordsyrien!

Seit einigen Tagen wird der Kanton Afrin der im Westen der
Demokratischen Föderation Nordsyrien liegt, von der türkischen Armee mit Artillerie und Luftwaffe bombardiert. Es gab bis Samstag dadurch alleine schon zehn zivile Tote. Am Sonntag Vormittag überquerten türkische Panzerverbände die Grenze und liefern sich heftige Gefechte mit den sich verteidigenden Milizen der Föderation. Die Türkei wird von Deutschland mit gigantischen Waffenlieferungen versorgt!
Es ist nicht der erste aber der seither aggressivste Versuch der Türkei gegen das demokratische und föderale Projekt in Nordsyrien vorzugehen. Dieses hat in den vergangenen Jahren weltweit viel Sympathie und Solidarität erfahren, nicht zuletzt durch das siegreiche Bekämpfen des Islamischen Staates. Es ist Vorbild für Demokratie, Frieden und Gerechtigkeit im Nahen Osten, was nun in Gefahr ist. Deshalb:

PROTESTKUNDGEBUNG

gegen den Angriff der Türkei auf Afrin/Nordsyrien!

MONTAG 22.1.2018
Göppingen Marktplatz vor dem Rathaus

18 Uhr

Kommt zahlreich! Afrin ist nicht alleine!

Hoch die internationale Solidarität!

Fest für Freiheit und Gerechtigkeit

Bündnis feiert mit Gästen die Befreiung von Kobane

Internationales Fest mausert sich zum jährlichen Highlight

Am vergangenem Samstag feierten rund 80 Gäste die Befreiung der Stadt Kobane in Nordsyrien von den Mörderbanden des sogenannten „Islamischen Staates“. Zu diesem internationalem Fest lud nun schon zum dritten Male das Göppinger Solidaritätsbündnis für die Demokratische Föderation Nordsyrien (Rojava) ein. Die Tische im großen Saal des Göppinger Jugendhauses waren festlich geschmückt und das große Buffet mit vielerlei Gerichten aus der Region war dieses Jahr besonders reichhaltig. An einem Tisch konnten sich interessierte Besucher über die Arbeit des Bündnis informieren.

Eine Moderation führte die Gäste durch das vielfältige und kurzweilige Programm und informierte kurz und bündig über die Hintergründe ohne ausschweifend zu werden. An einem Punkt wurde eine Ausnahme gemacht: Die aktuellen Militäroperationen der Türkei wie die Bombardierungen auf die Stadt Afrin in Nordsyrien wurden als Aggressionen scharf kritisiert und die Bundesregierung wurde aufgefordert, nicht länger dem Kriegstreiber Erdogan mit Geld und Waffen in die Hände zu spielen. In einer Schweigeminute wurde den Toten und Gefallenen gedacht, darunter wurden dieses Jahr besonders erwähnt: Johann Gahr, Günther Hellstern und Reinhard Basler, die ihr Leben für den Kampf um Freiheit und Gerechtigkeit widmeten und opferten.

Musikalisch eröffnete Yusuf und sein Band aus Göppingen den Abend, um kurz darauf Kementar, einem jungen Nachwuchsmusiker aus Stuttgart die Bühne zu überlassen. Der junge Mann wusste mit locker-flockigen Sprüchen auf sich aufmerksam zu machen und erklärte zwischen seinen Liedern deren Herkunft. Diese spielte er teilweise auf der Kemence, ein auch pontische Lyra genanntes Saiteninstrument, das vom Einfluss der griechischen Kultur bis heutzutage in der Türkei zeugt. Nach dem gelungenen Einstieg stellten sich Vertreter der derzeit am Bündnis aktiv beteiligten Organisationen vor und erklärten in wenigen Sätzen, warum sie sich im Bündnis engagieren und weshalb sie die nordsyrische Föderation unterstützen. Die Statements beleuchteten in Kürze die wichtigsten Aspekte des Projektes und wurden von den Gästen mit viel Applaus quittiert.

Weiter ging es mit dem kurzfristig eingeplanten Auftritt von Lukas vom Stuttgarter Solikomitee für den Wiederaufbau von Kobane. Er verurteilte die aktuelle Kriegstreiberei der Türkei und forderte „Hände weg von Afrin! Freiheit für Kurdistan!“. Aus zwei auf Deutsch und mit der Akustikgitarre vorgetragenen Lieder bestand dann sein Beitrag, darunter das in der Bewegung sehr bekannte „Kobane, Kobane, unser Herz schlägt mit euch“, was viele Gäste veranlasste mitzusingen.

Als die Lichter im Saal gedämpft wurden, war den Gästen klar, dass jetzt etwas Besonderes geschieht. Auf der Bühne erschienen in traditioneller Kleidung die Frauen von der Gruppe „Koma Jinen Azad“ und jede bespielte eine Def, die kurdische Rahmentrommel und sangen im Chor einige Lieder, bei den Gäste mitklatschten, tanzten oder andächtig lauschten. Es war mittlerweile der zweite erfolgreiche Auftritt der Gruppe in Göppingen und sicherlich nicht der letzte, da es weit und breit in Süddeutschland keine vergleichbare Musikgruppe dieser Tradition gibt.

Nun war wieder Yusuf und seine Band an der Reihe und sie heizten mit fröhlicher Tanzmusik mächtig die Stimmung an und der Platz vor der Bühne war für die tanzenden Menschen unterschiedlichster Herkunft fast schon zu klein. An etwa der Mitte des Programms angelangt, informierte Renate Mutschler vom Vorstand des Bündnisses, über den aktuellen Stand des Gesundheitszentrums in Kobane. Die vom Bündnis gesammelten Spenden so auch von diesem Fest gingen an das von der ICOR angestoßene und vom Kurdischen Roten Halbmond geleitetem Projekt. Sie berichtete wie das Projekt zustande kam und mit welchen Schwierigkeiten es zu kämpfen hatte. Dabei wurde ein Ende des de facto Embargos gegen Nordsyrien gefordert bzw. die sofortige Öffnung eines sicheren und verlässlichen Korridors für humanitäre Hilfe. Schwerpunkt im Bericht war wie der derzeitige Betrieb des Zentrums aussieht und woher welche Spendengelder wie verwendet werden. So wird ein dort praktizierender Arzt von dem Verein „Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.“ finanziert oder dass „Medizin für Rojava“ etwa 5.000€ monatlich für die Ausgabe von Medikamenten in der dortigen Apotheke ausgibt. Für die Zukunft ist noch die Installation einer Solar- und Wasseraufbereitungsanlage für den autonomen Betrieb geplant. Mit dieser Hilfe erblickten seit der Inbetriebnahme des Zentrums im September 2016 über 4000 Babies das Licht der Welt. Ein gutes und hoffnungsvolles Zeichen für die Zukunft! Unter den Eindrücken aus dem Bericht des Vorstands sammelten in der Community bekannte Personen im Saal Spenden ein.

Nun war es Zeit für die Sängerin Songül aus Geislingen, die von Yusuf und seiner Band begleitet wurden. Mit ihrer klangvollen Stimme, einnehmenden Bühnenpräsenz, kurzen Ansagen auf deutsch und bekannten Volksliedern auf kurdisch, türkisch, armenisch und zazaisch verschaffte sie sich ohne Probleme die Aufmerksamkeit des Publikums. So waren insbesondere drei junge jesidische Mädchen unter den Gästen offensichtlich sehr angetan. Zwischendrin wurde vom Bündnis das Ergebnis der Spendensammlung durchgeben und ein Dankeschön ausgesprochen. Für Yusuf und seine Profimusiker war es dann ein leichtes im Anschluss die Gäste bei fröhlicher Laune zu halten und so wurde bis zum unweigerlichen Endes des schönen und gelungenen Abends getanzt und gelacht.

Nein zur Verfassungsänderung in der Türkei

Gemeinsam für demokratische Rechte

Das Göppinger Solidaritätsbündnis für Rojava (Nordsyrien) begrüßt die Gründung eines Komitees im Landkreis für das Nein zur Verfassungsänderung in der Türkei. Ganz entschieden wendet sie sich gegen Nationalismus aller Art und insbesondere gegen die Rhetorik der türkischen Regierungspartei AKP des Präsidenten Erdogan, die auch in Deutschland versucht die Gesellschaft zu spalten. Nein zur Verfassungsänderung in der Türkei weiterlesen

Für alle Frauen

Am Samstagabend war das Kommunale Kino in der VHS bis auf den letzten Platz besetzt. Es hatte zusammen mit dem Göppinger Solidaritätsbündnis für Rojava zu dem Dokumentarfilm „Nu Jin – Neues Leben“ eingeladen. Der Film wurde wie angekündigt als Originalversion in kurdischer Sprache mit deutschen Untertiteln gezeigt, was auch das gemischte Publikum erklärte. „Es freut mich besonders, dass heute so viele Gäste gekommen sind“ eröffnete Thomas Roos vom Kommunalen Kino Open End den Abend. Dass der Regisseur Veysi Altai schlussendlich auch kommen konnte, war nicht ganz selbstverständlich, denn er wurde am Flughafen verhaftet und von den türkischen Behörden an der Ausreise gehindert. Für alle Frauen weiterlesen

Internationaler Frauentag 2017

In Rojava/Nordsyrien spielen die Frauen auf vielen Ebenen eine wichtige Rolle und treiben maßgeblich die Demokratisierung voran. Wichtige Ämter in den dortigen Strukturen sind per Verfassung als Doppelspitze zu besetzen, das heißt von einem Mann und einer Frau. Wir freuen uns daher sehr, dass die Göppinger Frauen dieses Jahr so aktiv sind. Im folgenden eine Übersicht über die Veranstaltungen zum Weltfrauentag im Landkreis Göppingen:

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